Von der Bedeutung unmittelbarer Naturbegegnung

Kinder brauchen Natur für die gesunde Entwicklung ihrer Sinne und somit für ihr Lernen und ihre Kreativität. Diese Notwendigkeit wird auf zweierlei Weise deutlich: wenn wir uns ansehen, was mit den Sinnen von Kindern und Jugendlichen geschieht, wenn sie die Verbindung zur Natur verlieren, und wenn wir den sinnlichen Zauber betrachten, der in jungen Menschen – auch bei denen, die schon jenseits der Kindheit sind – entsteht, wenn sie auch nur kleinste Erfahrungen in einer natürlichen Umgebung machen.

Louv, Richard (2011). Das letzte Kind im Wald?. Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!
Weinheim, Basel: Beltz. (orig. Last Child in the Woods. Saving our Children from Nature Deficit Disorder, 2005, 2008. Aus dem Amerikanischen von Andreas Nohl) (S. 79)

Ziegenmilch

Einmal am Tag bekamen wir Kinder eine Tasse Milch von unserer Ziege. Die Milch bekam uns ausgezeichnet und schmeckte sehr gut, was ich 30 Jahre später bei dem Versuch, sie noch einmal zu trinken, wirklich nicht mehr nachvollziehen konnte. Im Sommer wurde aus der frischen Milch vom Bauern„gestandene Milch“ angesetzt, mancherorts auch als Dickmilch oder Gewitterrmilch bezeichnet. Eine gefüllte Schüssel Milch wurde zu diesem Zwecke auf den Küchenschrank gestellt.

Nach ein bis zwei Tagen war sie gallertig fest, oben hatte sich eine gelbliche Haut gebildet. Das Ganze wurde mit Zucker garniert und mit einem Löffel abgestochen. Es war ein Hochgenuss!

Horbaschk, Gottfried (2014). Holzäpfel im Pfarrgarten. Kindheit und Jugend im Erzgebirge. 
Borsdorf: edition winterwork (S. 31 f.)
UA-24100054-1